PlugINdex
Toontrack - Beatstation (German only)
Heute gibt es praktisch nichts, NICHTS, was wir in einem Rechner nicht schon irgendwie nachgebaut, simuliert oder gesampelt hätten. Jede Klangerzeugungsmethode für einen Synthesizer wurde schon simuliert und jedes musikalisch relevante Instrument wurde schon in unzähligen Variationen gesampelt, so viel steht fest. Ganze Symphonieorchester stehen heute für die Einzimmerwohnung bereit,Chöre deren Klänge dich in deiner Seele erschüttern, Drumplugins die den Boden beben lassen und Effekte die Dich alle Räume der Erde in dein Wohnzimmer holen lassen und die jeden Klang auf jede Weise verbiegen, ganz nach deinem eigenen Gusto.In der Tat, könnte ich mir auch wirklich keinen Sound vorstellen, den ich nicht schon auf die eine oder andere Art und Weise gehört hätte, inklusive all seiner abgeänderten kleinen Brüder und Enkel.
Es gibt nichts was es nicht schon gibt. Ernüchternd.
Was würde ein Plugin-Hersteller wohl dafür geben auf diese eine Frage hier, eine tatsächlich ultimative, inspirierende Antwort zu erhalten.
„Was könnte ich noch machen, was es nicht schon gibt, dass dann tatsächlich anders klingt als alles was man kennt. Was müsste es sein, dass dann auch noch für´s Musik machen geeignet wäre?“
Ich glaube, für die ultimative, endgültige, alles umfassende Antwort auf diese eine Frage, würde mancher Programmierer eine wirkliche Sünde begehen.
Ein Teil dieses endlosen Ozeans an Plugins bildet hier die Fraktion der Drum-Plugins. Anbieter und Konzepte dazu gibt es zahllose und Kopien und Clone so weit das Auge reicht.
Aber selbstverständlich, gibt es hier in diesem Meer auch die Plugin-Hersteller, die durch wirklich beeindruckende Produkte und Software wie Felsen aus der schäumenden Gicht herausragen.
Toontrack gehört mit der fantastischen EZ-Line und der nicht minder beeindruckenden Superior – Line ohne Frage dazu.
An Soundqualität und Vielseitigkeit mangelt es im Sortiment von Toontrack´s Drummern nicht im Mindestens und alle Plugins kamen bisher mit sattem, realistischen Sound und deren Erweiterungen gediegen daher und gehören einfach auf jeden Rechner der ab und an einen Drummer simulieren muss.
Was sollte ein Plugin auch mehr tun, außer eben Drums bereitstellen?
Man könnte also nun meinen, dass angesichts all dieser großartigen Toontrack Plugins für Drumsounds alles in Sachen Drums realisiert wäre und das letzte Wort unabänderlich und endgültig gesprochen war.
Aber, man reiße die Auge vor Staunen auf und klappe den Unterkiefer sprachlos nach unten und vergesse ihn dort; Toontrack legt tatsächlich noch einen Brikett aufs Feuer auf und schmiedet ein weiteres Modul und beantwortet die Frage nach dem „Was..“ mit einem echten, WIRKLICHEN FunPacket.
BEATSTATION.
Was bekommt man für´s gute Geld.
Praktisch alles was das Herz begehrt. Den Drummer, einen Bassisten und einen Leadsynthspieler in einem Plugin. Nein, Ihr habt Euch nicht verlesen.
Soundfutter gibt es ebenfalls in Fülle mit dazu. Der Drumpart des Plugins genauso wie der Synthesizer und Bassteil können mit jeder Wave Datei gefüttert werden und spielen es nach Gusto wider..
Zusätzlich dazu ist Beatstation ebenfalls in der Lage in diesen drei Sounderzeugern Rex-Files und MP3´s zu laden und so das Soundarsenal noch mal zu erweitern.
Praktisch könnt Ihr hier alles reinfüttern was die Festplatte und das Web hergeben, vom aufgenommenen Husten bis hin zu, was auch immer ihr drummen lassen wollt, man stelle sich das mal vor.
Im Hauptfenster sind alle 24 Pads frei nach Wunsch platzierbar und in der From eingeschränkt zu ändern..
Man kann für das gesamte Plugin übrigens sein eigenes Skin online entwerfen.
In jedes dieser Pads lassen sich Wave-, Rex-Files und MP3´s laden und in bis zu fünf Schichten übereinander layern.
Der ganze Pad bietet ebenfalls die Möglichkeit aus einem ganzen Arsenal von vorgefertigten Effekten zu wählen und sie den fünf layers zu spendieren um den Ohrenschmaus perfekt zu haben.
Jedes einzelne Sample ist in Tonhöhe und Panorama zusätzlich zu verändern und selbst eine eigener ADSR Verlauf lässt sich für jedes Sample einzeln einstellen. Die Effekte selber lassen sich, außer hinsichtlich ihrer Intensität, leider nicht ändern.
Das gleiche Verfahren gilt hier für den eingebauten Bass und das Synthesizer natürlich auch.
Wie bekommt man die Sounds in das Pad? Nun, nichts einfacher als das. Einfach drag an dropp, das gilt für das ganze Plugin und auch die MIDI-files.
Selten ein Plugin gehabt mit dem sich so derart schnell ein Drumset zusammenstellen ließ.
Die in der Library mitgelieferten Sounds bieten hier selbstverständlich nur einen Anfang, und noch viel selbstverständlicher können die Sounds von EZX und SDX ebenfalls in der Beatstation genutzt werden und somit dürfte dann tatsächlich kein Wunsch offen bleiben. Dennoch ist die Grundausstattung nicht unüppich und hat schon einiges zu bieten.
Was ich an Beatstation wirklich beeindruckend finde ist der Speed mit dem man plötzlich zum Ergebnis kommt und die Möglichkeit mal eben Ruck zuck etwas zu experimentieren mit völlig unmöglichen Sounds die man mal eben gerade im Garten aufgenommen hat oder was auch immer einem beliebt.
Einfach einen vorgefertigten MIDI-Groove aus der Beatstation in den Hostsequenzer ziehen und schon kann das basteln anfangen.
Beatstation lädt Dich einfach ein:“ Gibt mir alles was Du hast, wir machen einen COOLEN Beat daraus und das wirklich SCHNELL. Lets have Fun“
Die reinste Spaßmaschine und wirklich eine Antwort auf die Frage: „Was könnte man tun, was es nicht schon gibt“ Here you go.
Die Antwort ist: „ Eine Beatstation machen“
Mein Tipp, unbedingt testen. Für knapp 89,- Euro (Straßenpreis 79,- Euro) ein echtes Must Have für Soundschnipsler und Tüftler mit wenig Zeit aber Freude am eigenen Sound.
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